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Bettflucht oder wie ein Sonntag-Morgen aussehen kann ….


Wieder einmal aus dem Bett gefallen.

Der Wecker zeigt 5.39 Uhr. Es ist Sonntag. Keine Hektik, kein Aufstehen-müssen,
kein Zwang, kein Drang und doch stehe ich (nach ein paar unmotiviert begangenen
Kniebeugen) bereits um 5.45 Uhr unter der Dusche und genieße das warme Wasser,
welches mit sattem Strahl auf meinen Kopf prasselt und dann, etwas gemäßigter
über die Schultern rinnt. Wonne, wonniglich, herrlich, eine Wohltat.
Das leise Summen meiner Stimme wird lauter, die Worte formen sich, ein Lied macht
sich breit im Tag: Ich singe. Ich singe unter der Dusche: alle Vögel sind schon da …
na, was ist das denn? Wir haben August, die Vögel ziehen schon bald wieder von
dannen und ich singe von einer Vogelschar, die aus Amsel, Drossel, Fink und
Star besteht und die uns allen ein Jahr wünscht mit „Heil und Segen“.
Aber-, was ist denn das Heil ? Hat es etwas mit „heilig“ zu tun, mit Frömmigkeit,
mit Glauben, Glaubens Seligkeit oder mit dem Heilen, dem Helfen???
Ich kann mir meine Fragen nicht so schnell beantworten, denn die Gedanken gehen
weiter, während das Wasser noch immer über meinen Körper rinnt (vielleicht sollte
ich es abstellen) . Gedankenschwer drücke ich auf den Hebel und stehe null komma
nix tropfend in der Dusche. Wieder einmal kein Handtuch hingelegt..also, hinaus
und frierend ergreife ich ein großes Badetuch mit floralem Druck. Neuerdings
liebe ich Blumen auf Bettwäsche, Handtüchern, ja-, sogar auf dem Geschirr, was
jahrzehntelang in mattem Weiß und edel aussehend den Tisch zierte.
Die Zeiten ändern sich und die Meinungen und Ansichten über gewisse Lebens-
bereiche und -situationen auch.
Zurück zum Heil, was mir nicht aus dem Kopf geht. Ich fange an, zu überlegen,
ob es nicht einfach nur der Teil eines Wortes ist, wie z.B. Heil-Bringer, Heil-Bad,
Heil-Pädagogik oder der Begriff für etwas Ganzes, etwas NICHT KAPUTTES,
also heil im Sinne von unversehrt. Ich beschließe, später das Internet zu befragen
und mich schlauer zu machen. Mit dem „Segen“ befasse ich mich nicht weiter,
denn ohne eine Tasse Kaffee ufert das Denken aus und ich komme nicht zum
Punkt. Eigentlich ist er mir auch egal so am frühen Sonntag-Morgen. Ich schaue
auf den Deich. 25 Wohnmobile haben sich dort breit gemacht. Die Hundehalter
und – halterinnen leinen ihre Lieblinge an und gehen (mit roten Beutelchen bestückt)
zügig am Wasser entlang. Mir macht diese Szenerie am frühen Morgen sehr viel
Spaß. Ich beobachte Menschen, die von meiner Beobachtung nichts wissen und
auch nichts ahnen. Fröhliche „Guten-Morgen-Grüße“ schallen zu mir herüber.
Eine nette freundliche Gemeinde, diese Camper.
Mein Kaffee ist nun kalt geworden. Also, erst einmal so richtig frühstücken und
danach weiter schreiben …. einen schönen Sonntag Euch ….

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2 Kommentare zu “Bettflucht oder wie ein Sonntag-Morgen aussehen kann ….

  1. Ja-, der Morgengesang im „Porzellanzimmer“ ist frei und ungezwungen und laut, da ich der Meinung bin/ war, dass Nachbarn es nicht hören können …jedoch -, lach-, sie konnten und hatten hin und wieder dann dieses Lied den ganzen lieben langen Tag im Kopfe … so kann´s gehen ..wenn man sich gehen lässt 🙂 lieben Gruß dir Ursa

  2. „…kommt mit Sang und Schalle“ gefällt mir zum Gesang im Bad auch gut, denn in den „Porzellanzimmern“ singt es sich meiner (schon seit Kindheit ausgeprägten) Meinung zufolge am allerbesten und am freiesten heraus, wie Vögel eben auch singen.

    Sich „heil“ zu fühlen bedeutet für mich in den Kontext zu deinen Erläuterungen über den Wandel des wohltuenden Dekors gesetzt, sich im inneren Frieden in eine Richtung zu bewegen, sei sie alt oder neu. „Heil“ im Sinne des englischen „whole“ zu deuten, würde dazu passen. Das umsetzten zu können ist auf jeden Fall ein Segen.

    Weiterhin einen schönen Tag wünsche ich dir! Heide

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